Quills - Macht der Besessenheit
von Geoffrey Rush


 
Rezensionen:
> Mit seinem Schlafzimmerblick und dem schadenfrohen Lächeln des unersättlichen Lebemanns ist Geoffrey Rush (Haunted Hill, Mystery Men) die perfekte Wahl, den Part des Marquis de Sade in Quills zu übernehmen. Philip Kaufman (Rising Sun, Henry und June) führte Regie nach dem Drehbuch von Doug Wright, der sein eigenes Bühnenstück adaptierte.

De Sade, ein erhabener Hofnarr in liederlichem Zustand, ist um die Wende des 18. Jahrhunderts ein Gefangener der Anstalt von Charenton in Frankreich, und Rush erfüllt die Rolle mit dem wilden Drängen eines Schriftstellers, dessen sexuelle Fantasien seine einzige verbleibende Verteidigung gegen Unterdrückung und Heuchelei darstellen. Nachdem man ihm Tinte und Feder genommen hat, schreibt er mit Wein, mit Blut, dann den eigenen Exkrementen -- ein Abstieg in den Wahnsinn oder eine leidenschaftliche Auflehnung dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden? Quills plädiert für die Freiheit des Ausdrucks ("welche Schönheit, welche Abscheulichkeit", wie einer der Charaktere vermerkt) während er anmerkt, dass alle Freiheit ihren Preis hat.

De Sade schmuggelt Manuskripte aus Charenton hinaus, wobei ihm Madeleine (Kate Winslet, Heavely Creatures, Titanic) hilft, eine jungfräuliche Waschmagd, die an de Sades skandalöser Prosa Geschmack findet -- eine göttliche Ironie, da ihr das Lesen vom Abt der Anstalt, Coulmier (Joaquin Phoenix, Gladiator, 8 mm), beigebracht wurde, dessen Verlangen nach Madeleine von der katholischen Obrigkeit unterdrückt wird. Die delikate Dynamik dieses Trios wird zusätzlich aufgeladen durch die Ankunft von Royer-Collard (Michael Caine, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Miss Undercover), einem rechtschaffenen Heuchler, der de Sade ein für alle Mal zum Schweigen bringen soll. Als Theaterstück (worum es sich immer noch handelt, trotz der eleganten Filmarbeit von Kaufman) ist all dies sehr fesselnd, und obwohl Wrights literarischer Dialog de Sade auf scharfe Gegenäußerungen und höhnische Perversitäten beschränkt, so bestätigt doch die Intensität von Rushs Spiel, dass die Lage des Marquis keineswegs zum Lachen ist. Quills hat seine Aussage, macht diese ohne herablassend zu werden deutlich und kennt den Unterschied zwischen Wahnsinn und Leidenschaft. --Jeff Shannon
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