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Zwölf akustische Vögel und drinnen noch viel mehr (JZ-Rezension 11/15)
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Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 1000 REZENSENT) (REAL NAME) Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?) Rezension bezieht sich auf: O'o (Audio CD) Mit den regulären Spielarten des Jazz werde ich nie per Du sein. Deshalb entgehen mir weite Teile von Zorns Output. So etwas wie "The Bribe" oder "Invitation to a Suicide" hat für mich überhaupt keine Bedeutung. Somit sieze ich den Jazz noch immer, lade ihn nicht zu mir nach Hause ein. Doch keine Regel ohne Ausnahmen. "The Dreamers" wurde allseits umarmt und gedrückt (gilt auch für "The Gift", in dem eine Shakuhachi stört), und tatsächlich ist sie so unaufgeregt verspielt und entspannt, dass man - obwohl vermutlich keines der Stücke unter der Dusche gesungen wird - nicht anders kann als dazu freundlich zu nicken. Dass Zorn auch so etwas kann und nicht mit seinem Saxophon alles zerdeppert, wurde mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Mit "O'o" begibt sich die Formation wieder auf den Weg zum gepflegten Easy Listening, und diese Platte ist sogar eine Ecke homogener, gelungener als die Wohlfühlvorgänger. Fast alle der zwölf Titel werden vom Vibraphon angeführt, es kann aber auch vorkommen, dass Marc Ribot an der Gitarre präsenter ist als die anderen. Dann wird es zwangsläufig rockiger, und man könnte sich dazu leicht eine improvisierte Gesangslinie vorstellen. Drums und Percussion verzieren die einfachen, eingängigen Melodien sehr pointiert, ein Klavier kommt grundierend hinzu, gelegentlich auch mal eine Orgel, und das alles ist ein angenehmes Fließen mit mehr oder weniger Tempo. Die melodischen Ideen sind zuweilen frappierend simpel und die Ausführung - ich schildere nur den ersten Eindruck - nicht unbedingt ein Klatschen wert. Man meint, diese Art der Musik zu kennen, eventuell aus der Bar eines Sechs-Sterne-Hotels in Dubai zu später Stunde. Oder als After-Dinner-Background in Filmen, die im gehobenen Werber- oder Bankenmilieu spielen und in denen die arrivierten Protagonisten in großzügigen Häusern mit parkähnlichem Garten wohnen. Tatsächlich handelt es sich aber um eine sehr fein gearbeitete Gebrauchsmusik, deren einzelne, perfekt einrastende Elemente so gut aufeinander abgestimmt sind, dass man das Können dahinter leicht übersieht. Worin der Gebrauch liegt? Nun, es sind keine Stücke, die man hört, ohne etwas anderes dabei zu tun. Es läuft mit, so wie bei vielen anderen das Formatradio seine immergleichen Lieder in den Raum spritzt. "O'o" macht Spaß, ohne dass Gute-Laune-Formeln bemüht werden müssten. Sie rotiert nicht stundenlang, niemand wird davon ergriffen sein, es werden keine weiten Assoziationsräume geöffnet. Das braucht es auch nicht. Hinzu kommt, dass ich "O'o" auch gerne in der Hand und nicht nur im Ohr habe, denn das Package Design ist ein haptisches, visuelles Erlebnis. Von der Papierqualität des Booklets bis zur famosen Farbkomposition, von den über vierzig Bleistiftzeichnungen von ausgestorbenem Gefieder bis zu den bunten Schweinchen, all das ist state of the art und bislang nur von "Femina" übertroffen. Ein nackiger Download verbietet sich.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 5. März 2010 | | | | | | | |
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